Sie sind hier

12.01.2018

Stets mit Boxermotor und Allradantrieb

Subaru hat sein kompaktes SUV XV fast vollständig erneuert. Äußerlich ist das jedoch erst auf den zweiten Blick zu erkennen.

Subaru XV Kompakt-SUV
Der Subaru XV wird serienmäßig mit Allradantrieb geliefert. Der Grundpreis für das SUV liegt bei günstigen 22 890 Euro.

FRIEDBERG. Wer heute die Klasse der Kompakt-SUV betrachtet, entdeckt kaum mehr stramme Kameraden mit Allradantrieb. Der wird selten gebraucht, erhöht das Gewicht und den Verbrauch. Doch Subaru setzt seit Jahren in fast allen Baureihen auf den Traktionsgewinn durch 4x4-Systeme und kombiniert sie auch noch mit Boxermotoren. So etwas kann sich sonst nur Porsche leisten.

Subaru XV 2.0i Exclusive

Die japanische Marke fährt gut mit diesem Konzept. Ihre Baureihen stehen für hohe Qualität, Solidität und Zuverässigkeit. Nach sechs Jahren erneuert Subaru nun den kompakten XV. Das 4,47 Meter lange SUV startet mit 22 890 Euro. Dafür gibt es den kleineren von zwei Boxer-Benzinern, der 114 PS/84 kW leistet, und einen permanenten Allradantrieb.

Auf Anhieb gibt sich die neue Generation des XV nicht zu erkennen. Nur verhalten haben die Designer die Blechform verändert. 90 Prozent aller Bauteile sind neu, das aber offenbart sich erst auf den zweiten Blick. Front und Heck wurden leicht modifiziert, der Winkel der vorderen Dachsäulen verändert, Frontscheinwerfer und Rückleuchten erneuert.

Der XV ist jeweils zwei Zentimeter länger und breiter geworden (4,47 Meter und 1,80 Meter). Davon profitiert das Kofferraumvolumen. Es wächst um fünf auf 385 Liter bei aufgestellten Rückbanklehnen und um 24 auf 835 Liter bei umgeklappter Rückbank und Beladung bis zur Fensterunterkante. 1310 Liter passen bei dachhoher Nutzung ins Ladeabteil.

Deutlicher ist die Modernisierung im Innenraum zu erkennen. Das Cockpit ist schlicht, aber ansprechend gestaltet, die Instrumente mit analogen Skalen sind gut ablesbar. Gleich drei Displays liefern Informationen des Bordcomputers, der Traktionskontrolle und des Navigationssystems, das in den Spitzenausstattungen zum Serienstandard gehört. Hohen Unterhaltungswert hat die Fahrzeug-Simulation, die anzeigt, in welchem Winkel die Vorderräder eingeschlagen sind und ob die Bremslichter ordnungsgemäß aufleuchten. Der XV beherrscht auch Apple Carplay und Android Auto zur Smartphone-Kopplung. Die Funktionseinheiten sind klar in einzelne Bereiche unterteilt. Dem Bedienkomfort tut dies nur gut.

Ladeabteil des Subaru XV
Ins vergrößerte Ladeabteil des XV passen 385 Liter Gepäck. Bei Bedarf bringt man 1310 Liter unter.

Neben dem Basismotor mit 1,6 Liter Hubraum, der 150 Nm Drehmoment schafft und nach Norm 6,4 Liter Super verbraucht, bietet Subaru den überarbeiteten, jetzt 156 PS/115 kW leistenden 2,0-Liter-Boxer an. Er liefert 196 Nm und verbraucht 6,9 Liter. Beide Versionen kombiniert Subaru mit dem selbst entwickelten stufenlosen CTV-Getriebe. Es simuliert zwar Schaltvorgänge zwischen unterschiedlichen Übersetzungsstufen, lässt bei vollem Leistungsabruf den Motor dennoch laut und unangenehm hochdrehen und auf konstanter Tourenzahl verharren.

Ein Sportwagen ist der XV nicht. Deshalb verzeihen wir ihm die immer noch deutlichen Wankbewegungen der Karosserie. Eine Neukonstruktion der Stabilisatoren hat zumindest subjektiv empfunden nicht zum erhofften Erfolg geführt. Die Lenkung hinterlässt einen etwas zu leichtgängigen und daher gefühllosen Eindruck. Die Bremsen zeigen sich dagegen fein dosierbar und standfest. Subaru-Kunden erwarten große Bodenfreiheit, die sie mit 22 Zentimetern auch bekommen, außerdem viel Sicherheit. In japanischen Crash-Tests wurde der XV zum sichersten Auto Japans gekürt, beim europäischen CrashTest gab es die Höchstwertung.

Das Cockpit des Subaru XV
Das Cockpit des Subaru XV wirkt sehr aufgeräumt. Die Instrumente mit analogen Skalen sind gut ablesbar.

Erhebliches Talent zeigt der XV im Gelände. Mit der X-Drive-Funktion bringt ihn sein Allradantrieb über steile Schotterstrecken hinauf und die Abfahrtskontrolle auf ebenso schwierigem Terrain wieder sicher hinunter. Ein fein abgestimmtes ESP und zahlreiche Assistenten vermitteln dem XV-Chauffeur ein überaus sicheres Fahrgefühl. Notbremsassistent, AnfahrKollisionswarner, adaptive Geschwindigkeitsregelung sowie radargestützte Kontrolleure des Toten Winkels, der Fahrspur und des Querverkehrs zählen dazu.

Als Komfort-Ausstattungen sind grundsätzlich Klimaautomatik, Lichtund Regensensoren und Sitzheizung an Bord. Die ComfortVersion (ab 25 980 Euro) bekommt unter anderem zusätzlich Lederlenkrad und LED-Scheinwerfer mit Kurvenlicht-Funktion. Die schlüssellose Zugangsund Startoption sowie ein Navigationssystem sind Merkmale der Exclusive-Ausführung für 27 480 Euro. Mit dem stärkeren Motor kostet sie ab 29 980 Euro. Spitzenmodell ist die Exclusive+-Variante mit Lederausstattung, elektrisch verstellbarem Fahrersitz, Lenkradheizung und Glasschiebedach für 32 980 Euro. Der frühere Boxer-Diesel wurde aus Kostengründen aus dem Programm genommen.

Redakteur: Michale Kirchberger (Saarbrücker Zeitung)
Fotos: Subaru